Flammeninferno im Lesachtal: 110 Hektar Wald vernichtet – Massive Katastrophenschutz-Einsätze dauern an

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Angesichts der brisanten Lage im österreichischen Lesachtal haben sich zwei unserer Reporter auf den Weg gemacht, um für euch über den Tellerrand der Lausitz hinauszublicken.

Seit fast einer Woche kämpfen hunderte Einsatzkräfte gegen einen der schwersten Waldbrände der letzten Jahrzehnte im Kärntner Lesachtal. Während sich die Lage durch einsetzende Regenfälle am Mittwoch leicht entspannte, bleibt die Situation aufgrund zahlreicher Glutnester im steilen Gelände kritisch. Ein „Brand aus“ konnte bislang nicht gegeben werden.

Am späten Abend des 23. April 2026 brach das Feuer im Bereich Promeggen (Gemeinde Lesachtal) aus. Begünstigt durch extreme Trockenheit und drehende Winde entwickelten sich die Flammen rasant zu einem Großbrand, der bis heute eine Fläche von rund 110 Hektar, das entspricht etwa 150 Fußballfeldern, zerstört hat.

Großaufgebot am Boden und in der Luft

Die Dimension des Einsatzes ist gewaltig: Über die Woche verteilt waren bereits rund 1.600 Feuerwehrleute vor Ort. Unterstützung erhielten sie von bis zu sieben Hubschraubern des Bundesheeres und der Flugpolizei, die in unzähligen Rotationen mehr als eine Million Liter Löschwasser über dem unwegsamen Gelände abwarfen.

Da das Gelände extrem steil und absturzgefährdet ist, müssen die Bodenkräfte teilweise von der Bergrettung gesichert werden. Am heutigen Mittwoch rückte zudem die F-KAT-Bereitschaft 5 aus den Bezirken Völkermarkt und Wolfsberg an, um die erschöpften Kameraden vor Ort abzulösen.

Mühsame Suche nach Glutnestern

Obwohl keine offenen Flammenwände mehr sichtbar sind, lauert die Gefahr im Boden. „Es ist eine mühsame Knochenarbeit“, heißt es von der Einsatzleitung. Die Glutnester sitzen tief im Humus und müssen von Hand ausgegraben und abgelöscht werden. Der aktuelle Regen hilft zwar bei der Kühlung, reicht aber nicht aus, um die tiefsitzende Glut vollständig zu ersticken.

Verkehrsbehinderungen und Folgen

Die B111 (Gailtal Straße) bleibt zwischen St. Lorenzen und Maria Luggau vorerst gesperrt. Durch das Feuer wurde die Vegetationsschicht vernichtet, was zu akutem Steinschlag führt. Experten warnen zudem vor den langfristigen Folgen: Da es sich um einen wichtigen Schutzwald handelt, muss eine schnelle Wiederaufforstung mit Pionierbaumarten wie Birken und Kiefern erfolgen, um Muren und Lawinen im nächsten Winter vorzubeugen.

Die Ermittlungen zur Brandursache durch das Landeskriminalamt Kärnten laufen derweil auf Hochtouren. Ersten Informationen zufolge wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Herbeiführung einer Feuersbrunst gegen Unbekannt ermittelt.