Woche 2: Zaun gegen die Afrikanische Schweinepest wächst

Am gestrigen Mittwoch, den 18.11.2020, begleiteten wir das THW, sowie die Bundeswehr, beim Zaunbau im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest im Landkreis Görlitz. Angekommen am Treffpunkt beim Truppenlager Werdeck, wurden wir sehr freundlich von den Pressevertretern des THW in Empfang genommen und zu verschiedenen Punkten innerhalb des Kasernengeländes geführt. Der erste Punkt war die Werkstatt, welche in einer Halle vom THW errichtet wurde. Dort werden die Zäune vorbereitet, die Pfähle auf die richtige Länge gekürzt und mit Löchern versehen. Die Werkstatt ist mobil und kann jederzeit verlegt werden. Außerdem ist es dort möglich, Reparaturen an den Geräten und auch Fahrzeugen vorzunehmen. Des Weiteren steht dort auch ein MAN Kipper, welcher mit zwei Tanks, von jeweils 450 Liter Tankvolumen, ausgerüstet ist. Diese 900 Liter werden täglich benötigt, um alle Geräte sowie Fahrzeuge betriebsbereit zu halten.

Als Nächstes begaben wir uns zur Einsatzleitung der Bundeswehr, von wo aus die Kameraden der Bundeswehr, welche aus Reservisten und zivilen Mitarbeitern besteht, koordiniert werden. Außerdem sind dort bis zu 2 Kameraden des THW, um die Dienstwege zwischen beiden Einheiten kurzzuhalten. Anschließend durften wir noch einen Blick in die Einsatzleitung des THW werfen und führten ein Gespräch mit dem Einsatzleiter, Andreas Otte. Dieser erzählte uns, dass am gestrigen Mittwoch, etwa 130 Einsatzkräfte in dem Gebiet aktiv sind. Davon sind rund 60 vom THW aus verschiedenen Ortsverbänden (sowohl Sachsen, als auch Thüringen) und etwa 70 von der Bundeswehr. Diese sind in 7 Trupps aufgeteilt, welche in verschiedenen Abschnitten am Zaunbau beteiligt sind. An diesen Abschnitten arbeiten Kameradinnen und Kameraden des THW, der Bundeswehr, des Bundesforst und der Landestalsperrenverwaltung Hand in Hand. Es herrscht immer ein freundliches Miteinander, lobte Einsatzleiter Andreas Otte. Er erwähnte außerdem die gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind etwa 13 Kilometer des Zauns fertiggestellt und bis zum geplanten Abschluss am 27.11.2020 soll dieser auf eine Gesamtlänge von etwa 60 Kilometer erweitert werden. Pro Tag schaffen die Kameradinnen und Kameraden eine Zaunlänge von ca. 4 km. Um dies zu bewerkstelligen, wurde einiges an Material angeschafft. Darunter Handrammen, welche ein Gewicht von 13 Kilogramm mit sich bringen, sowie motorisierte Rammen, um die Arbeit der Helfer zu erleichtern. Außerdem werkeln die Kameraden der Werkstatt aktuell an einem Hilfsmittel, das beim Anbringen der Erdnägel unterstützen und somit den Rücken entlasten soll. Damit den Kameraden das Material nicht ausgeht, wird dieses regelmäßig nachgeliefert, auf einem Lagerplatz gelagert und von dort an die einzelnen Abschnitte verteilt. Jedes Fahrzeug wird zum Feierabend bereits für den Einsatz am nächsten Tag vorbereitet, also neu beladen und betankt, damit die Kameraden ohne Verzögerung ihre Arbeit antreten können. Die logistische Arbeit, sowie die Vorbereitungszeit, laufen seit etwa 3 Wochen. Nach Abschluss der Arbeiten des THW und der Bundeswehr sollen die Abschnitte an örtliche Firmen übertragen werden.

Nach dem Gespräch mit Andreas Otte, begaben wir uns direkt an die Bauabschnitte.Vor Ort konnten wir Eindrücke der Arbeit der Kameradinnen und Kameraden sammeln und das ein oder andere, nette Gespräch führen. Man merkte sofort, dass eine sehr harmonische Stimmung herrschte und auch, trotz der Situation, der Spaß nicht verloren gegangen ist. Wir machten uns ein Bild vom Aufbau des Zauns und wie dieser, im fertigen Zustand, aussieht. So darf der Zaun beispielsweise nicht höher als 1 Meter sein, damit Rotwild diesen noch überwinden kann. Außerdem wurde, indem der Zaun am Boden umgelegt wurde, ein Wühlschutz errichtet, welcher alle 50 Zentimeter mittels Erdnägel befestigt wird. Um die Stabilität des Zauns zu gewährleisten, werden alle 20 Meter zusätzliche Querstreben eingebaut. Eine Zaunrolle ist 50 Meter lang und wird, mit Hilfe einer Stange, ausgerollt. An Ein- und Ausfahrten werden Bauzäune gestellt, welche geöffnet werden können. Damit wird unter anderem der Brandschutz sichergestellt.

Der Arbeitstag der Kameradinnen und Kameraden beginnt gegen 08:30 Uhr und endet um 16:00 Uhr. Nach einem erfolgreichen Arbeitstag wartet ein warmes Essen auf die tatkräftigen Einsatzkräfte.

An jedem Bauabschnitt wird sowohl auf die Einhaltung der Hygienevorschriften, als auch des Arbeitsschutzes geachtet. Diese beinhalten, unter anderem, das Tragen von Helmen, Arbeitshandschuhen, Schutzbrillen und das Tragen eines Mundschutzes.

Im Namen des Einsatzleiters, Andreas Otte, bedanken wir uns bei allen Familienangehörigen und Arbeitgebern für ihr Verständnis. Denn ohne dieses wäre solch ein Einsatz, gerade zu Zeiten von Corona, kaum zu bewerkstelligen.

Auch wir, das Team von Blaulichtreport Lausitz, möchten uns herzlich bedanken.

Unser Dank gilt allen Kameradinnen und Kameraden aller Bereiche für ihre Arbeit, dem Einsatzleiter Herrn Otte, für sein aufschlussreiches Interview, den Pressevertretern des THW, welche uns zu den einzelnen Abschnitten begleitet haben und uns für Fragen zur Verfügung standen, sowie der Bundeswehr, welche ebenfalls eine reibungslose Zusammenarbeit ermöglichte.

Ebenso möchten wir uns für das entgegen gebrachte Vertrauen und die Möglichkeit der Berichterstattung bedanken und wünschen allen Kräften weiterhin gutes Gelingen.

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