Falkenberg: Großer Waldbrand ausgebrochen – Einsatz dauert bereits eine Woche an

Am Montag, den 25.07.2022 wurden gegen 13:30 Uhr die Freiwilligen Feuerwehren aus der Umgebung von der Stadt Falkenberg, im Elbe-Elster Kreis, zu einem Waldbrand im Ortsteil Kölsa alarmiert. Vor Ort bestätigte sich die Lage, denn dort war ein Feuer auf einer großen Wald- und Ackerfläche ausgebrochen. Das Feuer breitete sich rasch von zunächst 10 Hektar auf 100 Hektar aus, so war es vom Landkreis zu erfahren. Der Brand wurde als eine Großschadenslage eingestuft, somit übernahm der Landkreis die Einsatzleitung. Umgehend wurden weitere Feuerwehrkräfte aus anderen Landkreisen alarmiert. Am späten Nachmittag konnte sich das Feuer, durch aufkommende Sturmböen auf 800 Hektar ausdehnen.

Die Ortsteile Rehfeld, Kölsa und Kölsa-Siedlung mussten am Abend evakuiert werden, betroffen waren insgesamt 700 Einwohner. Auch ein Gestüt wurde evakuiert und die Pferde in Sicherheit gebracht. Für Menschen, die nicht bei Bekannten oder Verwandten unterkommen konnten, wurde in Falkenberg eine Sammelunterkunft eingerichtet. Besonders gefährdet war der Ortsteil Rehfeld, denn das Feuer war bis kurz vor dem Ortsteil vorgedrungen, aber ein Übergreifen der Flammen auf einzelne Gebäude konnte verhindert werden. Im Ortsteil Kölsa ist das Feuer auf Teile eines Ferkelzuchtbetriebs übergegriffen und hat dabei Ställe zerstört. Nach Schätzungen sind dadurch zwischen 1000 bis 2000 Tiere ums Leben gekommen.

480 Einsatzkräfte aus den Landkreisen Elbe-Elster, Potsdam-Mittelmark, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Ostprignitz-Ruppin, Havelland und der Stadt Cottbus waren und sind immer noch dabei, den Brand zu bekämpfen. Unterstützung bekommen die Einsatzkräfte auch aus dem benachbarten Bundesland Sachsen. Sieben Einsatzkräfte seien bei diesem Einsatz verletzt worden, sechs von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Der Bahnverkehr zwischen Leipzig und Cottbus musste unterbrochen werden. Betroffen sei der Abschnitt zwischen Torgau und Falkenberg. Auch die B183 zwischen Kötten und Marxdorf musste wegen der Löscharbeiten gesperrt werden. Die Sperrung bleibt auch solange bestehen, bis der Einsatz beendet werden kann. Durch sehr schnelle drehende Winde und einer neuentdeckten Munitionsverdachtsfläche werden die Löscharbeiten behindert. Diese seien nicht auf Karten verzeichnet gewesen und durch zahlreiche Explosionen bemerkt worden. Der Kampfmittelräumdienst ist deshalb im Einsatzgebiet tätig.

Jedoch gibt es auch Kritik, das möglicherweise Hubschrauber zu spät eingesetzt worden sind, aber der Kreisbrandmeister wies darauf hin, dass die Hubschrauber auf Grund der Gewitterfront am Montag nicht früher eingesetzt werden konnten. Der Badebetrieb am nahegelegenen Kiebitzer Baggerteich wurde auf Grund der Wasserentnahme der Hubschrauber untersagt. Auch hier werden sich Badegäste noch gedulden müssen bis die Großschadenslage aufgelöst ist, denn erst dann kann der Badebetrieb wieder aufgenommen werden.

Am späten Dienstagabend konnten die Evakuierungen der betroffenen Ortsteile aufgehoben werden, die Lage bleibt nach wie vor kritisch. Der Brand ist noch nicht unter Kontrolle, jedoch konnten die Einsatzkräfte erste kleine Erfolge vermelden. Aktuell tobt der Brand mit Flammen und Rauchentwicklung auf einer Fläche von 500 Hektar (Stand Dienstag).

Laut der Leitstelle Lausitz habe sich der Schwerpunkt des Brandes in der Nacht zum Dienstag in Richtung des Gewerbegebietes von Lönnewitz verlagert. Deshalb wurden noch in der Nacht zahlreiche weitere Tanklöschfahrzeuge an die Einsatzstelle entsandt, um ein übergreifen der Flammen auf Industriehallen unbedingt zu verhindern. Den Waldbrand zu löschen werde wahrscheinlich noch Wochen andauern, so Innenminister Stübgen. Mit dem heutigen Stand (Sonntag) sind noch immer zahlreiche Einsatzkräfte damit beschäftigt, Glutnester ausfindig zu machen und diese dann gezielt abzulöschen. Für die nächste Woche ist wieder große Hitze angekündigt, was wieder zu einem Problem führen könnte. Zur Brandursache hat die Polizei zahlreiche Ermittlungen aufgenommen.

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